Die Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ der Bundesregierung hat im April eine Bestandsaufnahme mit ersten Empfehlungen veröffentlicht.
Die Stellungnahme des Bündnisses für humane Bildung zu dem Werk fällt kritisch aus. Es bemängelt:
„Während immer mehr Länder die Digitalisierung von Kita und Schule zurücknehmen, fordert und legitimiert das Gutachten für die Bundesregierung „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ die Nutzung digitaler Medien bereits ab dem Kindergarten.“
Das Gutachten benenne zwar im Analyseteil zahlreiche Risiken digitaler Medien für Kinder und Jugendliche zutreffend, in den Schlussfolgerungen bleibe es aber deutlich hinter den eigenen Befunden zurück. Statt zu formulieren, was Kinder wirklich brauchen, um gesund aufzuwachsen, ihre natürlichen Sinne auszubilden, postuliere die Bestandsaufnahme gegen jede Evidenz, dass dafür die frühe Nutzung digitaler Medien eine Voraussetzung sei. Das Bündnis für humane Bildung diagnostiziert und kritisiert, die Empfehlungen der Kommission beruhten auf der Fehlannahme, Kinder und Jugendliche seinen hinsichtlich geistig-emotionaler Entwicklung so weit oder gar weiter als die meisten Erwachsenen. Es bezeichnet die „begleitende Medienpädagogik als trojanisches Pferd der IT-Branche. Die Digital-Only-Strategy der Bundesregierung und die anti-humanistische datengestützte Pädagogik würden durch das Gutachten legitimiert. Das Gutachten sei ein Rettungsversuch des Geschäftsfeldes Bildung für die IT-Branche und des Zugriffs auf Daten für die Schüler-IDt.
In einem Schreiben an Bundesbildungsministerin Karin Prien fordert das Bündnis die Ministerin auf, die Schlussfolgerungen des Gutachtens als wissenschaftlich untauglich und tendenziös abzulehnen und unter Beteiligung unabhängiger Wissenschaftler neu erstellen zu lassen.
Mher
Stellungnahme des Bündnis humane Bildung als PDF
_projekt: Die pädagogische Wende.
prof. dr. phil. Ralf Lankau
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